info : Chronik

Emil Raab 1930Im September des Jahres 1898 gab Emil Raab sen. in der heimatlichen Zeitung ein Inserat auf, in dem junge Männer gesucht wurden, die Lust und Liebe zur Musik hatten. Sie wurden aufgefordert, sich zur Gründung einer Musikkapelle bei ihm zu melden.

Dreiundzwanzig junge Männer kamen dieser Aufforderung nach. Jedoch hatte kaum einer von ihnen je ein Instrument gespielt. Einige besaßen nicht einmal eines. Nur elf Musiker stellten sich schließlich mit Eifer in den Dienst der Sache.

Fehlende Instrumente wurden durch den Kauf gebrauchter Musikinstrumente aus eigenen Mitteln beschafft.

Emil Raab sen. war 57 Jahre lang, bis ins Jahr 1955, Vorsitzender des Musikzugs. Er verstarb leider im darauffolgenden Jahr. Als erster Dirigent übernahm Richard Röhrig die musikalische Leitung.

Gründungsmitglieder des MusikZugs:

  • Richard Luckhardt (Flöte)
  • Wilhelm Frölich (Klarinette)
  • Gustav Wilke (Trompete)
  • Wilhelm Voet (Trompete)
  • Rudolf Moos (Trompete)
  • Adolf Siebel (Tenorhorn)
  • Fritz Löhken (Bariton)
  • Emil Raab (Waldhorn)
  • Karl Leckebusch (2. Waldhorn)
  • Karl Raab (Tuba)
  • Karl Heck (große Trommel)
  • Wilhelm Leckebusch (kleine Trommel)
  • Richard Röhrig (Kapellmeister)

Der MusikZug der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Schwelm kann den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die erste geschlossene Musikkapelle im ehemaligen Kreis Schwelm zu sein.

Bei Einsätzen der Feuerwehr waren die Mitglieder der Kapelle der Wachabteilung zugeteilt.

SchnupftabaksmühleUnter der Leitung von Richard Röhrig spielte der Musikzug sonntags in den Schwelmer Tanzlokalen, vor allem in der Schnupftabaksmühle, zum Tanz auf. Hier verdienten sie sich unter anderem das Geld für die erforderlichen Noten und Instrumente.

Im Jahr 1900 übernahm Gustav Müller, ein Berufsmusiker, der von Lichen bei Berlin nach Schwelm gekommen war, die Leitung der Kapelle.
Müller verstand es, in kurzer Zeit weitere gute Kräfte heranzuziehen. Dabei gab er sich mit einer Musikerzahl von 16 Mann zufrieden. Dreiundzwanzig Jahre lang stand Müller an der Spitze des Musikzugs. Ein schweres Leiden zwang ihn 1923, seinen Posten niederzulegen. Seine Tüchtigkeit als Lehrmeister und seine herzliche Kameradschaft haben das Fundament zu dem gelegt, was die Kapelle anschließend unter Leitung von Josef Colettewurde, der 1923 den Musikzug übernahm.

Colette stellte ein Musikcorps von 28 bis 30 Mann zusammen, das es, wie viele Pressestimmen immer wieder sagten, mit jeder Berufskapelle aufnehmen konnte. 1934 trat Josef Colette in seinem Zivilberuf in den Ruhestand und legte auch den Taktstock nieder, um in seine Heimatstadt Aachen zurückzukehren.

Ernst Polchow 1937Kurze Zeit führte Emil Randolf die Kapelle, die dann 1936 von Ernst Polchow übernommen wurde und bis in das Jahr 1948 unter seiner Leitung stand.

Polchow hat es mit Hilfe seiner Getreuen verstanden, die Kapelle nicht nur durch die Unwirren der damaligen Zeit zusammenzuhalten, sondern auch ihr hervorragendes Können immer wieder unter Beweis zu stellen. Aus Altersgründen legte er den Taktstock nieder.

MusikZug 1938Polchows Nachfolger wurde Heinrich Küter, der es sehr gut verstand, das gute, solide Können der Kapelle herauszustellen. Leider musste Heinrich Küter aus beruflichen Gründen 1954 die Leitung des Musikzugs abgeben.

An seine Stelle trat Hans Dehnert, der die Tradition seiner Vorgänger fortsetzte und den Musikzug bis zum Jahr 1957 führte.

Im Anschluss übernahm Fritz Braselmann die Leitung des Musikzuges. Er gab der Kapelle viele neue Impulse. Unter seiner Leitung fand auch eine wesentliche Verjüngung des statt. Eine schwere Krankheit zwang Fritz Braselmann im Dezember 1966 aufs Krankenbett.

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Musikzuges im Jahre 1968 wurde der verdiente und bewährte Leiter des MusikZuges mit dem Wappenteller der Stadt Schwelm ausgezeichnet.

Im Februar 1968 übernahm Egon Komischke die Leitung des Musikzuges, wobei gleichzeitig ein neuer Abschnitt in der Entwicklung eingeleitet wurde. Gestützt auf einen Stamm erfahrener und treuer Musiker konnte er für eine weiter Verjüngung des Klangkörpers sorgen und beachtliche Erfolge auf überregionaler Ebene erringen.

Beim Landesmusikfest des Deutschen Volksmusikerverbandes in Burscheid erzielte der Musikzug im Jahr 1969 den 1. Rang in der Oberstufe und 1970 bei den Bundeswertungsspielen anlässlich des Deutschen Feuerwehrtages in Münster von 43 Kapellen den 1. Rang mit Goldmedaille.

Die bisher höchste Auszeichnung erzielte der Musikzug bei den Landeswertungsspielen des Deutschen Volksmusikerverbandes in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk in Leverkusen im Jahr 1972.Dort wurde ihm der 1. Rang mit Auszeichnung in der Oberstufe zugesprochen.

Des Weiteren konzertierte der Musikzug 1969 in Croix/Frankreich und nahm im Jahr 1970 im Auftrag des Deutschen Feuerwehrverbandes als einzige deutsche Kapelle beim internationalen Musikfest in Enghien/Belgien teil.

Das Bestreben von Egon Komischke war, das gesamte Blasorchester zu einer modernen "Big Band" fortzuentwickeln, der mit guten Arrangements alle Möglichkeiten der Blasmusik offenstehen. Im Jahr 1979 legte Egon Komischke das Amt des Obermusikzugführers nieder.

Ausflug nach HerriedenAls Nachfolger und ehemaliger Schüler von Egon Komischke übernahm Wolfgang Rauhaus im Jahr 1979 die Leitung des Musikzuges.
Unter seiner Leitung fand eine erneute, sehr starke Verjüngung statt. Das Durchschnittsalter lag bei etwa 27 Jahren. Dieser geringe Altersdurchschnitt spiegelte sich auch in der größeren Vielseitigkeit des Repertoires wieder. So gehörten nicht nur Märsche und Polkas, sondern auch Arrangements im Big-Band-Stil, moderne Musicals, Filmmusiken, Evergreens, Folklore und Potpourris zum Programm des Musikzugs. Manches Musikstück wurde dabei von Wolfgang Rauhaus selbst arrangiert.

Anlässlich des 95jährigen Bestehens wurde unter Leitung von Hauptmusikzugführer Wolfgang Rauhaus erstmals in der Geschichte des MusikZugs eine Musikcassette aufgenommen, welche einen Querschnitt durch das Repertoire bietet.

Rüdiger LeckebuschIm Jahr 1994 übernahm Rüdiger Leckebusch die musikalische Leitung. Seitdem hat der MusikZug seine Entwicklung zu einer modernen Big Band fortgesetzt, was eine erneute Tonaufnahme aus dem Jahr 1996, die diesmal auf einer CD veröffentlicht wurde, eindrücklich belegt. Märsche und Polkas sind ganz aus dem Repertoire verschwunden; dafür bilden moderne Popstücke wie „Music”, „Sailing” oder „Black Magic Woman” sowie Potpourris von Gruppen wie Les Humphries, Queen oder den Blues Brothers neue musikalische Schwerpunkte.

Bei zahlreichen Gelegenheiten stellt der MusikZug sein Können in der Öffentlichkeit unter Beweis: Neben den regelmäßigen Weihnachts- und Matinee-Konzerten, in deren Rahmen schon mit fast allen Schwelmer Chören zusammengearbeitet wurde, ist das Feuerwehrorchester auf den meisten heimischen Veranstaltungen wie dem Kunstmarkt oder dem Märkischen Fest präsent.

Darüber hinaus ist der MusikZug zu einem festen Bestandteil des Heimatfestes geworden: Neben der traditionellen Beteiligung am Festzug - wegen des Einsatzes elektronischer Instrumente, Schlagzeug und Percussion seit 1996 auf einem eigenen Wagen - gestalten die Musiker in den Feuerwehruniformen seit vielen Jahren den Heimatfestabend mit.
Im jährlichen Wechsel mit dem Schwelmer Akkordeonclub ist der MusikZug entweder im Vorkonzert oder mit einem Hauptprogrammpunkt vertreten. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre gehören nicht nur Musical-Melodien aus „Cats”, „Starlight Express” und dem „Phantom der Oper”, sondern auch das Potpourri „Bands around the world”, das von Tänzern der Theater-AG des Märkischen Gymnasiums begleitet wurde, sowie das Western-Arrangement „Spiel mir das Lied von Schwelm”, bei dem selbstproduzierte Cowboy-Fotos die Melodien von Ennio Morricone untermalten.

Im Jahr 1998 konnte der MusikZug sein 100-jähriges Bestehen feiern. Im Frühjahr des Jahres wurde eine CD mit einem Überblick über das aktuelle Repertoire aufgenommen und zu den Jubiläumsfeiern im Herbst veröffentlicht. Bei einer Open-Air-Veranstaltung spielte der MusikZug für das Schwelmer Publikum. Der Wagenpark der Freiwilligen Feuerwehr wurde ausgestellt und begeisterte insbesondere die jungen Besucher. Die Jugendfeuerwehr stellte in eindrucksvollen Darbietungen ihr Können zur Schau. Einen Monat später fand das große Jubiläumskonzert sowie ein Festempfang statt, bei dem der MusikZug zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen konnte.

Nach dem 100jährigen Jubiläum wurde es zunächst etwas stiller um den MusikZug. Die Besetzung mit vollem Bläsersatz (sax,tr,pos,fl), Schlagzeug, Percussion und E-Bass verlangte nach einem Umbau des Repertoires. Immer mehr Big-Band-Arrangements wurden erarbeitet.

Zum Jahrtausendwechsel tauchte erstmals auch der neue Name auf:
Big Band der Feuerwehr Schwelm.

Das Jahr 2001 war auch für die „neue” Big Band durch das 125-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr geprägt. Ende Juni begleitete sie den 2. „Tag der offenen Tür” an der Feuerwache. Zusammen mit einer Fahrzeug- und Leistungsschau konzertierten die Musikerinnen und Musiker bei einem Open-Air-Konzert auf dem Märkischen Platz. Auf der Tagung des Kreisfeuerwehr-Verbandes wurde der Big-Band-Leiter Rüdiger Leckebusch zum Kreisstabführer aller musiktreibenden Feuerwehrzüge des Ennepe-Ruhr-Kreises ernannt.

Durch die Gründung eines Fördervereins wurde die Möglichkeit geschaffen, die Arbeit der Big Band der Feuerwehr Schwelm kontinuierlich zu stärken.

Zum Beginn des Jahres 2002 wurde die neue europäische Währung Euro € eingeführt. Die Big Band war mit einem bunten Programm in der Schalterhalle der Stadtsparkasse Schwelm dabei.

Swing am Schloss 2003Schließlich konnte im Jahr 2003 ein neues Programm unter dem Titel „Swing am Schloss” im Innenhof des Wasserschlosses Haus Martfeld vorgestellt werden.

TabalugaDurch den Erfolg des Open-Air-Konzertes wurde der deutsche Musiker Peter Maffay auf die Big Band aufmerksam und verpflichtete sie für Gastauftritte bei der Aufführung des Musicals „Tabaluga und das verschenkte Glück” in der Westfalenhalle Dortmund im Herbst 2003 und Frühjahr 2004. Auch wenn die Auftritte bei den 10 Veranstaltungen immer recht kurz waren, so war es doch ein riesiger Spaß, vor so großem Publikum zusammen mit dem Panikrocker Udo Lindenberg und dem genialen Schauspielerensemble um Heinz Hoenig, Rufus Beckund Sissy Perlinger aufzutreten.

LuisaDer Erfolg sorgte dafür, dass sich die Big Band auch musikalisch weiterentwickeln konnte. Die attraktive Sängerin Luisa und der Tastenvirtuose und Vollblutmusiker Peter Birkholz ermöglichten es, dass durch ihren Gesang ein neues Kapitel in der Geschichte der Big Band aufgeschlagen werden konnte. Das erweiterte Klangspektrum, unterstützt durch moderne Tontechnik, führte zu einer Qualitätssteigerung und zu einer Reihe hochkarätiger Auftritte (T-Com-Gala, Herbeder Oktoberfest,...)

Im November 2005 veranstaltete die Big Band zwei Konzerte, um das erweiterte Repertoire in passendem Rahmen zu präsentieren. Bei „Swing and more...” standen sowohl Swing-Klassiker wie Ellingtons „Take the A-Train” als auch fetzige Pop-Nummern auf dem Programm in der Schwelmer Eventhalle der Firma Nölle-Pepin. Mit „Swing meets Dinner” erprobten die Musikerinnen und Musiker ein neues Konzept. Im Ibach-Haus wurde dem Publikum in stimmungsvollem Ambiente zum Hörgenuss auch ein exklusiver Gaumenschmaus serviert.

Im Jahr 2006 wurde das Land NRW 60 Jahre alt. Bei einem großen Bürgerfest in der Landeshauptstadt Düsseldorf feierte auch die Big Band der Feuerwehr Schwelm als Repräsentant des Ennepe-Ruhr-Kreises mit. Im Herbst wurde erneut unter dem Titel „Swing and more...vol.2” bei einer tollen Party ein Überblick über das aktuelle Repertoire geboten. Die Neuauflage von „Swing meets Dinner” in der Ibach-Kulturfabrik war im Frühjahr 2007 vorzeitig Swing and more... vol.3ausverkauft. Nachdem die Eventhalle aufgrund nicht erteilter Genehmigungen nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden konnte, fand „Swing and more...vol.3” ebenfalls im Ibach-Haus statt.

Highlights im Jahr 2008 waren die musikalische Untermalung des Kick-offs der Firma eplan in der Stadthalle Langenfeld und derAuftritt in der Zeche Bochum bei Fiege`s Zeche(n)sommer.

Zeche Bochum

wird fortgesetzt...